Fachtag

Logo Fachtag„Ach da kommt ja wieder der Hund“

Mensch-Hund-Teams im Einsatz für Jung und Alt

Fachtag zum 30-jährigen Jubiläum von Leben mit Tieren e.V.   

Bereits seit 1988 organisiert der Berliner Verein Leben mit Tieren e.V. (LmT) hundegestützte Besuchsdienste in verschiedenen Einrichtungen und für ganz unterschiedliche Zielgruppen. Wir nehmen das 30-jährige Jubiläum zum freudigen Anlass, einige wichtige Fragen und Themen, die die Vereinsarbeit seit den Anfängen prägen, auf einem interdisziplinären Fachtag vorzustellen und aus verschiedenen Perspektiven zu diskutieren.
Im Mittelpunkt des Fachtags stehen dabei zwei zentrale Einsatzfelder, in denen die Mensch-Hund-Teams des Vereins tätig sind: Demenz-Wohngemeinschaften und Schulen. In den ersten Hauptvorträgen werden die vielfältigen Praxiserfahrungen von zwei Vereinsmitgliedern (Rastu Rasmus und Dorothea Wittenberg-Ullrich) mit den aktuellen Erkenntnissen aus Wissenschaft und Forschung zu den Effekten tiergestützter Arbeit in diesen Feldern verknüpft (Prof. Dr. Frank Nestmann und Prof. Dr. Sandra Wesenberg).
Schon seit den Anfängen beschäftigt sich LmT außerdem mit der wichtigen Frage, welche Eigenschaften geeignete Mensch-Hund-Teams mitbringen sollten, damit die Hundebesuche gelingen können und alle Beteiligten – Klient_innen, Ehrenamtliche und Hund – Freude am gemeinsamen Tun haben. Im dritten Hauptvortrag steht daher das Wohlbefinden und der Schutz der vierbeinigen Helfer_innen im Mittelpunkt.
Auch und vor allem ist das Jubiläum des Vereins natürlich ein Grund zum Feiern. Nach den Fachbeiträgen werden wir den Tag daher bei einem gemeinsamen Abendbüffet mit musikalischer Begleitung ausklingen lassen und freuen uns, mit Vereinsmitgliedern, Freunden und Interessierten des Fachtags auf 30 Jahre LmT anzustoßen.

Programm (Samstag, 17. November 2018)

14.00 Uhr –     Annett Eckloff:

Begrüßung und Eröffnung, Rückblick auf 30 Jahre LmT

14.30 Uhr – Prof. Dr. Frank Nestmann/ Rastu Rasmus:

Hundegestützte Arbeit mit Menschen mit Demenz

„Die Besuche von Heidi und Cockerspaniel Sunny bringen einfach Spaß und Freude in den Alltag in der Wohngemeinschaft“, „Labrador Jule und Mops Inga bauen Brücken zu unseren demenziell erkrankten Bewohner_innen“. „Hündin Elli gelingt verblüffend leicht der Kontakt auch zu Frau Müller, die sonst immer sehr zurückgezogen und ängstlich ist“… So oder ähnlich werden die Wirkungen hundegestützter Arbeit mit Menschen mit Demenz häufig von Angehörigen oder den Pflegekräften in Altenhilfeeinrichtungen beschrieben. Frank Nestmann wird in seinem Vortrag der Frage nachgehen, welche dieser subjektiv wahrgenommenen Effekte sich auch wissenschaftlich belegen lassen. Anschließend wird Rastu Rasmus von den vielfältigen Erfahrungen berichten, die sie gemeinsam mit ihrer Hündin Lotta im tiergestützten Einsatz in einer Demenz-WG machen konnte.

15.30 Uhr –     Pause

16.00 Uhr Prof. Dr. Sandra Wesenberg/ Thea Wittenberg-Ullrich:

Besuchshunde in Schulen

Wenn von hundegestützten Interventionen in Schulen gesprochen wird, sind häufig Schulhunde gemeint, die ihre Halter_innen, die als Lehrer_innen arbeiten, im täglichen Unterricht unterstützen. Hundegestützte Arbeit in Schulen kann aber auch ganz anders aussehen, etwa wenn externe Mensch-Hund-Teams Schulklassen oder Hortgruppen besuchen. In solchen Besuchsprogrammen können Schüler_innen z.B. die Verhaltensweisen und Bedürfnisse von Hunden kennenlernen können und grundlegende Regeln zum Umgang mit Hunden erlernen. In ihrem Tagungsbeitrag stellen Sandra Wesenberg und Thea Wittenberg-Ullrich die Möglichkeiten und Herausforderungen solcher Hundebesuchsprogramme aus wissenschaftlicher und praktischer Perspektive gegenüber.

17.00 Uhr Elena Kaschubat-Dieudonné

Tierwohl und Tierschutz in tiergestützten Interventionen

In den Berichten über Hundebesuche in Kindertagesstätten, psychiatrischen Kliniken oder Senioreneinrichtungen werden oft die überaus positiven Wirkungen auf junge und alte Klient_innen und Patient_innen betont. Vergleichsweise selten wird der Blick hingegen auf das Wohlbefinden der einbezogenen vierbeinigen Helfer_innen gerichtet. Elena Kaschubat-Dieudionne wird in ihrem Vortrag darauf eingehen, wie Tierwohl und Tierschutz im Rahmen tiergestützten Interventionen gewährleistet werden können. Ausgehend von der Frage, welche besonderen Anforderungen der Besuchsdienst für die einbezogenen Hunde bedeutet, zeigt sie auf, welche förderlichen Rahmenbedingungen notwendig sind und welche Voraussetzungen Mensch-Hund-Teams erfüllen müssen, damit tiergestützte Arbeit gelingen kann und die Rechte und Bedürfnisse aller Beteiligten geachtet werden.

18.00 Uhr –     Abendbüffet (im Teilnahmebeitrag inbegriffen)

19.00 Uhr –     Plauderecken mit Akteuren der tiergestützten Intervention des Vereins

21.00 Uhr –     Ende der Veranstaltung

Referent_innen

Annett Eckloff ist Sozialarbeiterin mit einem Master in Praxisforschung in Sozialer Arbeit und Pädagogik und arbeitet im Zentrum für Weiterbildung an der Alice Salomon Hochschule. Sie hat eine Ausbildung zur Fachkraft für tiergestützte Interventionen (ISAAT) absolviert und ist seit mehreren Jahren mit dem Verein Leben mit Tieren verbunden. Als ehrenamtliches Mensch-Hund-Team ging sie mit ihrer Labrador Mischlingshündin Marie zu Privatpersonen in den Einsatz.

Seit 2017 ist sie 1. Vorsitzende im Vorstand von LmT.

Elena Kaschubat-Dieudonné ist Tierärztin mit Zusatzbezeichnung Tierverhaltenstherapie der Tierärztekammer Berlin, Fachkraft für tiergestützte Interventionen (ISAAT) und Hundetrainerin. Zudem ist sie seit  2012 als Dozentin im Zertifikatskurs „Tiergestützt und tiergeschützt – Tiergestützte Therapie, Pädagogik und Fördermaßnahmen im Sozial- und Gesundheitswesen“ tätig. Sie engagiert sich  im Arbeitskreis „Tiere im sozialen Einsatz“ der Tierärztlichen Vereinigung für Tierschutz. Seit 2007 ist Elena Kaschubat-Dieudonné  mit dem Verein Leben mit Tieren verbunden. Als Vorstandsmitglied für besondere Aufgaben übernimmt sie u.a. den spezifischen Bereich die Einschätzungen der Hunde auf ihre Eignung als Besuchshunde und des Tierschutzes.

Prof. Dr. Frank Nestmann war von 1993 bis 2014 Professor für Beratung und Rehabilitation an der Fakultät Erziehungswissenschaften der TU Dresden. Seit Ende der 1980er Jahre beschäftigt er sich mit gesundheitsförderlichen Wirkungen der Mensch-Tier-Beziehung. An den Universitäten Bielefeld, München und Dresden lehrte und forschte er zu diesem Thema. An seiner Professur wurden mehrere (drittmittelfinanzierte) Forschungsprojekte zur Tiergestützten Intervention durchgeführt (u.a. DFG-Projekt „Tiergestützte Intervention bei Demenzkranken“). Aktuell kooperiert er u.a. mit Sandra Wesenberg in deutschen und internationalen Forschungsvorhaben, Evaluations-Projekten und Weiterbildungsgängen zu tiergestützter Intervention (u.a. „Human Animal Interaction (HAI) with dogs in retirement homes in Europe“.

Rastu Rasmus ist von Beruf Projektmanagerin, Datenbankprogrammiererin und Supporterin in einer Firma, die sich im sozialen Sektor befindet. Seit mehr als zehn Jahren ist sie im Verein Leben mit Tieren aktiv. 2005 hat sie mit ihrer Jack-Russell Hündin Lotta die Eignungsprüfung für den Verein erfolgreich absolviert. Als Mensch-Hund-Team waren beide zunächst im Kinderbesuchsdienst aktiv und seit 2007 im Einsatz in zwei Demenz-Wohngemeinschaften. Im Dezember 2016 ist  Hündin Lotta im „Ruhestand“ – nach über 10 Jahren Besuchsdienst für Leben mit Tieren. Seit 2017 ist Rastu Rasmus als 2. Vorsitzende im Vorstand des Vereins tätig.

Prof. Dr. Sandra Wesenberg war nach ihrem Studienabschluss als Pädagogin 2008 fast neun Jahre an der TU Dresden tätig. Sie ist seitdem Mitglied der Forschungsgruppe Mensch-Tier-Beziehung und beschäftigt sich intensiv mit tiergestützten Interventionen, u.a. in der Demenzbetreuung und im Strafvollzug. Seit 2017 ist sie Gastprofessorin für Klinische Psychologie mit den Schwerpunkten Beratung und Therapie an der Alice-Salomon-Hochschule Berlin. Sie leitet zudem seit mehreren Jahren den ISAAT-akkreditierten Zertifikatskurs „Tiergestützt und tiergeschützt“ an der ASH, der in Kooperation mit LmT durchgeführt wird. Außerdem ist sie als Vorstandsmitglied für besondere Aufgaben (Forschung; Wissenschaft-Praxis-Transfer) bei LmT aktiv

Teilnahmebeitrag

(in der Teilnahmegebühr ist die Pausenversorgung sowie das Abendbüffet inbegriffen):

  • 35,00 Euro
  • 20,00 Euro ermäßigt (Auszubildende, Studierende, Erwerbslose, geringfügig Beschäftigte oder Schwerbehinderte mit entsprechendem Nachweis)
  • Kostenfrei für LmT-Mitglieder

Für Mitglieder des Bundesverbands Tiergestützte Intervention kann der Fachtag als Fortbildung im Umfang von 4 Stunden anerkannt werden.

Ort der Veranstaltung

Wannsee-Schulen
Zum Heckeshorn  36
14109 Berlin
Hinweise zur Anreise:
Mit den S-Bahnlinien S1 oder S7 bis S-Bahnhof Wannsee und weiter mit dem Bus 114 bis Haltestelle „Zum Heckeshorn“.

Anmeldung bitte bis zum 17.10.2018

per Mail an:
fachtag@lebenmittieren.de
oder postalisch an:
Leben mit Tieren e.V.
Wallotstraße 6
14193 Berlin
Überweisung des Teilnahmebeitrags bitte parallel zur Anmeldung auf folgendes Konto:
Leben mit Tieren e.V.
IBAN: DE 46 1005 0000 0920 0030 01
Berliner Sparkasse
(die Anmeldung wird erst nach Eingang der Zahlung des Teilnahmebeitrags verbindlich)

 

Hier können Sie den Flyer herunterladen.