Leben mit Tieren e.V.

Hundebesuche bei Kindern sind eine verantwortungsvolle Aufgabe. Einmal, weil das Verhalten der Besuchshunde - auch wenn sie eingehend auf ihre Eignung geprüft werden - nicht jederzeit vorhersehbar ist. Zum anderen, weil wir es dabei oft mit sehr lebhaften und spontan reagierenden Kindern zu tun haben, die im Umgang Umsicht und pädagogisches Geschick erfordern.

Aufgrund unserer im jahrelangen Besuchsdienst gesammelten Erfahrungen in Grundschulklassen und Kindergärten hat "Leben mit Tieren e.V." die nachstehenden Richtlinien entwickelt, die dabei helfen sollen, unsere Hundebesuche so sicher und erfolgreich wie möglich zu gestalten.

1. Einführungsgespräch

Interessierte Hundebesitzer, die mit dem Büro des Vereins Kontakt aufnehmen, werden zu einem der regelmäßig stattfindenden Informationsabende eingeladen. Auf diesem Informationsabend werden die Hundebesitzer mit dem Ablauf und den Bedingungen des Besuchsdienstes vertraut gemacht und es besteht die Möglichkeit, alle auftretenden Fragen zu klären.

Ebenso erhalten die Hundebesitzer vom Büro einen Fragebogen, den sie bei Interesse an der Teilnahme am Besuchsdienst ausgefüllt zurückgeben.

Auch wird auf die Möglichkeit hingewiesen, sich auf der Homepage des Vereins www.lebenmittieren.de zu informieren.

2. Eignungstest des Mensch-Hund-Teams

Um sicherzustellen, dass der Hund mit den Situationen im Besuchsdienst aggressionsfrei umgeht und eine vertrauensvolle Bindung zum Hundebesitzer besteht, wird das Team nach einem in Zusammenarbeit mit dem Institut für Verhaltenskunde der FU Berlin erarbeiteten Test geprüft. Diese Eignungsprüfung wird von einer Tierärztin mit Zusatzausbildung in Tierverhaltenstherapie durchgeführt.

Der Eignungstest kostet für zukünftige Mitglieder 55 Euro, wovon 30 Euro den Beitrag für das laufende Geschäftsjahr darstellen. Bei Nichtbestehen des Eignungstests werden 30 Euro zurückerstattet.
Für Nichtmitglieder kostet der Test 120 Euro (ohne Rückerstattung).

Der Hundebesitzer erhält eine Bescheinigung über das Testergebnis, das Protokoll der Prüfung bleibt im Verein.

3. Vermittlung Hundebesitzer – Einrichtung

Nach bestandenem Eignungstest besteht die Möglichkeit, bei einem erfahrenen Hundebesitzer während seines Einsatzes zu hospitieren, um erste Eindrücke für den eigenen Einsatz zu erhalten.

Das Büro übernimmt die Vermittlung an eine geeignete, möglichst wohnortnahe Einrichtung. Der Hundebesitzer wird bei seinem Erstbesuch von einem Mitarbeiter des Vereins begleitet.

4. Vermittlung Hundebesitzer – Einrichtung

Der Hundebesuch in Kindereinrichtungen erfolgt mit verschiedenen Besuchsdienst-Programmen. In der Regel besucht der Hundebesitzer die Kindergruppe mit seinem Hund für eine Stunde in der Woche.

Bei Urlaub und längerer Erkrankung informiert der Hundebesitzer die Einrichtung und das Büro des Vereins Leben mit Tieren.

Für seinen Einsatz erhält der Hundebesitzer eine Aufwandsentschädigung von 6,25 Euro pro Besuch, diese Besuche werden in einer Anwesenheitsliste abgezeichnet.

Nach 6 Monaten erhält der Hundebesitzer vom Verein eine Urkunde und eine Plakette für seinen Hund, die den Hund als Besuchshund ausweist.

5. Erfahrungsaustausch

Alle neu im Hundebesuchsdienst mitwirkenden Hundebesitzer treffen sich 2-3 Monate nach Beginn ihres Einsatzes zu einem Erfahrungsaustausch (obligatorisch).

6. Vertrag mit der Einrichtung

Der Verein Leben mit Tieren schließt mit den Einrichtungen, in denen der Hundebesuch stattfindet, einen Vertrag, in dem Bedingungen und Kosten sowie Versicherungsfragen aufgeführt sind. Ebenso wird eine Einverständniserklärung der Eltern eingeholt, in der die Eltern den Kontakt mit dem Hund genehmigen.

7. Hygienevorschriften

Alle Hunde im Besuchsdienst werden 2 x jährlich auf Kosten des Vereins parasitologisch untersucht, im Fall einer Infektion sofort aus dem Besuchsdienst entfernt und erst, wenn die Parasiten-Freiheit nachgewiesen ist, wieder eingesetzt.

8. Fortbildungen

Vor dem Einsatz wird der Hundebesitzer mit den Themen der verschiedenen Besuchsprogramme vertraut gemacht.  Der Verein Leben mit Tieren e.V. bietet regelmäßige Fortbildungsabende, Erfahrungsaustausch und Supervision zu verschiedenen Themen an, die für den Besuchsdienst relevant sind. Alle Hundebesitzer werden hierzu eingeladen und erhalten eine Teilnahmebescheinigung.

9. Nachtest

Um die Belastung von Hunden, die längere Zeit im Besuchsdienst eingesetzt sind, zu prüfen, führt der Verein in Zusammenarbeit mit einer Tierärztin mit Zusatzausbildung in Tierverhaltenstherapie nachträgliche Überprüfungen durch. Dabei werden die Hunde direkt im Einsatz begleitet. Die Auswertung erfolgt gemeinsam mit dem Hundebesitzer.

10. Klärung von Fragen

Zur Klärung eventuell auftretender Fragen oder Probleme ist das Büro des Vereins täglich von 10 - 15 Uhr besetzt. Darüber hinaus besteht die Möglichkeit, den Anrufbeantworter zu besprechen oder Mitglieder des Vorstandes telefonisch zu erreichen.