Leben mit Tieren e.V.

01.05.2013

Bild des Monats Mai - Abschied von Silva


Besuchshund Hr. Müller

Michael Kahle 29.01.2013

Berlin. Ob die liebevolle, mitunter verwirrte alte Dame oder der in sich versunkene Greis oder die wilden Knirpse einer Kita-Gruppe - wenn Herr Müller sie besucht, sind sie alle häufig wie ausgewechselt.

Denn Herr Müller, der weißgelockte Pudel, ist ein Menschenfreund. Er und sein Frauchen Viola Freidel bilden eines der Besucherteams des Berliner Vereins "Leben mit Tieren". Der 1988 gegründete gemeinnützige Verein mit Sitz in Alt-Lietzow 31 in Charlottenburg zählt rund 200 Mitglieder. Die Besucherteams betreuen Kitas sowie Senioren- und Pflegeeinrichtungen.

"Dabei geht es nicht vorrangig um die Bespaßung von Kindern und alten Leuten, sondern um Aufklärung und um strukturierte Mensch-Tier-Kontakte", sagt Viola Freidel, Geschäftsführerin und einzige Angestellte des Vereins. Bei psychisch kranken, alten und vor allem dementen Menschen würden die Hunde als Medium wirken, mit deren Hilfe Gefühle entstehen können: Freude und Trauer, manchmal Wut. Zu den tierischen Helfern gehören auch Kaninchen, die ebenfalls mit zum Besuch genommen werden können.

Über die Tiere finden die Menschen wieder Zugang zur Gemeinschaft. Sie werden abgeholt aus ihrer inneren Welt. Durch den wöchentlichen Besuch der Tiere entstehen wieder Gemeinschaftserlebnisse. "Das ist ganz wertvoll. Das schafft kein Therapeut", sagt die Geschäftsführerin des Vereins.

Mehr als 60 Einrichtungen stehen derzeit auf der Warteliste des Vereins "Leben mit Tieren". Der verfügt bislang über 40 bis 50 Teams. "Das sind zu wenige, um alle Einrichtungen zu bedienen", bedauert Viola Freidel. Das liege auch an den besonderen Anforderungen an die Menschen und die Tiere.

"Wer hat schon Zeit, einmal pro Woche immer zu einer bestimmten Zeit für ein bis zwei Stunden regelmäßig eine Pflegeeinrichtung zu besuchen? Da reicht guter Wille allein nicht aus", sagt Viola Freidel. Denn Besuchsdienste bedeuteten mitunter eine große psychologische Belastung für Mensch und Tier. Auch die Besuchshunde müssten besonders menschenfreundlich sein, dürften kein aggressives Verhalten zeigen und müssten gesund sein. Deshalb werden Hundehalter und Tiere vom Verein gründlich auf Eignung getestet und ständig umfangreich geschult. "Andererseits ist es ein schönes Gefühl, Zeit zu schenken", sagt Viola Freidel. Es sind zu 95 Prozent Frauen in der zweiten Lebenshälfte, die bereit und in der Lage sind, sich an den Besuchsdiensten zu beteiligen. Sie sind nicht berufstätig, haben bereits erwachsene Kinder und möchten mit ihrem Hund nicht nur Gassi gehen.

Seit 2007 unterstützt der Senat den Verein bei dem Projekt für demenziell und psychisch Erkrankte in Wohngemeinschaften und im häuslichen Bereich. Die Abrechnung erfolgt über die Pflegekassen.

Besuchsstunden in Pflegeheimen, Senioreneinrichtungen und Kitas werden nach Stunden bezahlt. Darüber hinaus finanziert sich der Verein über Spenden und Mitgliedsbeiträge. Davon werden die Kosten für Personal und Verwaltung sowie eine kleine Aufwandsentschädigung für die Besuchsdienste beglichen. Zudem betreibt der Verein noch ein Tierbegegnungshaus in der Schmargendorfer Lentzeallee 2.

Weitere Informationen gibt es unter   70 17 79 53, E-Mail: info@lebenmittieren.de, Internet: www.lebenmittieren.de.


Informationsabend (kostenfrei)

 

Wir möchten Sie über die Tätigkeit des Vereins und der Durchführung des Hundebesuchsdienstes in sozialen Einrichtungen informieren.

Dazu laden wir Sie ganz herzlich zu unserem nächsten kostenfreien Informationsabend, der

am 19. MAI 2013, um 18.00 Uhr

in Alt-Lietzow 31,

10587 Berlin-Charlottenburg

 stattfindet, ein.

Gern können Sie in Begleitung kommen.

Bitte teilen Sie uns Ihre verbindliche Anmeldung bis zum 17. Mai mit (info@lebenmittieren.de oder 70177 953), da der Abend nur bei einer Mindestteilnehmerzahl stattfindet.

 

Wir freuen uns Sie (und vielleicht schon Ihren Hund) kennen zu lernen!



2. Berufsbegleitender Zertifikatskurs

Beginn: November 2013

„Tiergeschützt und tiergestützt“

Tiergestützte Pädagogik und Therapie im Sozial- und Gesundheitswesen

Die wissenschaftliche Forschung beschäftigt sich seit den frühen achtziger Jahren mit der Frage: Was hat es auf sich mit der Wirkung von Tieren auf Menschen? Welche Wirkungen gibt es und warum gibt es sie? Zur Beantwortung dieser Fragen sind weitere fundierte theoretische Konzepte und systematische Studien nötig, die wissenschaftlich- statistischen Gütekriterien zu genügen haben. Tiergestützte Pädagogik und Therapie (engl.: Animal- Assisted Education, AAE und Animal Assisted Therapy, AAT), ist als relativ junge Disziplin darauf angewiesen, nicht nur Wissenschaftler, sondern auch medizinische Einrichtungen, Bildungsinstitutionen und –Lobby, sowie Kostenträger und Rehabilitationsträger zu finden, die offen sind für neue Wege zu wirkungsvollen Herangehensweisen.

Und es bedarf einer zunehmend professionalisierten Arbeitsweise bei der praktischen Umsetzung. Hierfür zu rüsten, ist Ziel dieses Kurses.

Themen:

  • Mensch-Tier Kommunikation
  • Theorien zum Verständnis der helfenden und heilenden Wirkung von Tieren
  • Wissen über physische, soziale und psychische Effekte von Tieren auf Menschen
  •  Methoden der pädagogischen und therapeutischen Arbeit mit Tieren in verschiedenen Anwendungsgebieten
  • Ethische Fragen, Rechte von Tieren im pädagogischen und therapeutischen Kontext
  • Artgerechte Haltung, Versorgung, Betreuung, Verhaltensprobleme und Erkrankungen
  • Hygienische Voraussetzungen für den pädagogischen und therapeutischen Einsatz von Tieren, Hygieneplan
  • Verhaltensentwicklung von Tieren
  • Methoden der Ausbildung von Tieren
  • Organisation der beruflichen Tätigkeit mit Tieren; ökologische, ökonomische und administrative Bedingungen

Zielgruppe:

Personen an, die ihre therapeutische, heilende und pflegende, pädagogische oder soziale Arbeit durch Tiere begleiten und unterstützen wollen. Sie basiert auf Befunden, welche die sozial-emotionalen, psychischen und körperlichen Effekte des Einsatzes von geeigneten Tieren nachweisen.

Ansprechpartnerin

Annett Eckloff

Tel.: (030) 992 45-319

Fax: (030) 992 45-399

Zentrum für Weiterbildung

Alice-Salomon-Platz 5, 12627 Berlin


Mail: eckloff@ash-berlin.eu


Haltung und Einsatz von Tieren im Rahmen der Tiergestützten Intervention

Im Rahmen der Tagung „Tiergestützte Intervention im Fokus der Wissenschaften“ in Dresden fand der Workshop „Tiergestützte Intervention - förderlich und gewinnbringend, auch für Tiere?“ unter der Leitung von Prof. Dr. Susanne Waiblinger (Veterinärmedizinische Universität Wien) und Dr. Carola Otterstedt (Tiergestützte Intervention, München) statt.

Vierzig Wissenschaftler u.a. aus den Bereichen Veterinärmedizin, Biologie, Pädagogik, Psychologie, Soziale Arbeit, Theologie und Pflegewissenschaften sowie Praktikern der Tiergestützten Intervention diskutierten und verabschiedeten das Positionspapier „Haltung und Einsatz von Tieren im Rahmen der Tiergestützten Intervention“.

Dieses Positionspapier unterstützt den Schutz der Tiere und die Qualitätssicherung im Bereich der Tiergestützten Intervention.

Behutsame Kontaktaufnahme zu einem Küken.